Helle Büros und moderne Halle

Die Firma Wahl CNC-Technik und Metallverarbeitung in Binzwangen hat einen neuen Bürotrakt und eine weitere Produktionshalle erstellt.

Bessere Bedingungen für sich und seine 23 Mitarbeiter schaffen wollte Josef Wahl mit den Neubauten.
Repräsentativ wirkt der neue Bürotrakt, in Rot-Orange farblich abgesetzt von den Hallen. Er besticht durch seine großen Fensterflächen. Die Architekten Sabine und Jens Kunze aus Ertingen haben geradlinige Formen gewählt, um Altes und Neues zusammenzufügen. So hat der Bürotrakt ein Pultdach und ist durch eine Flachdachfuge verbunden mit den bestehenden Satteldachhallen.
Farbliche Akzente wurden auch in den vier Büros und den zwei Besprechungszimmern gesetzt, von denen einer in lichtem Grün erscheint. Anni Wahl, die im Betrieb die Buchhaltung macht, hat für ihr Büro ein warmes Orange gewählt, das sich im Flur fortsetzt. Die runde Wand dort soll hereinführen in das Gebäude, ein Willkommen signalisiseren. Selbst wenn die Jalousien geschlossen sind, bleibt der Blickkontakt nach außen, betont Sabine Kunze.
Durchgehende Bodenbeläge verbinden und finden sich auch im neuen Sozialraum wieder, der im einstigen Büro jetzt einen ganz anderen Stellenwert erhalten hat und ebenfalls mit einem Farbtupfer versehen worden ist. Dank neuer sanitärer Anlagen kann Josef Wahl jetzt auch Damen für die Produktion einstellen, was bislang nicht möglich war.
In dunklem Anthrazit klar von den bisherigen Produktionsstätten abgesetzt ist die neue Halle mit wärmegedämmten Sandwich-Paneelen als Außenfassade. Ihr Erscheinungsbild ist modern. Notwendig wurde sie vor allem wegen der Herstellung großer Teile und einer neuen Fertigungsanlage, für deren Fundament allein mehr als 100 Tonnen Beton verbaut worden sind. 1200 Quadratmeter Nutzfläche entstanden hier. Auf den Hallendächern wurde eine Photovoltaik-Anlage installiert, die 150 Kilowatt pro Stunde produziert. Beheizt wird das Ganze mit einer Hackschnitzelanlage.

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Schrauben, die 1000 Tonnen halten

Josef Wahl ist leidenschaftlicher Binzwanger. Das ist auch an seinem unternehmerischen Engagement in seinem Heimatdorf erkennbar.

Gegründet hat Josef Wahl seinen Betrieb 1985 zwar in Ertingen. So wurde die erste Drehmaschine in die Produktionsstätte der ehemaligen Parkettfabrik Pressmar geliefert. Mit der Bearbeitung von Hohlwellen begann Wahl seine Selbstständigkeit. Nur wenige Monate später stellte er den ersten Arbeiter ein. Anfang 1986 fiel die Entscheidung, sich im heimatlichen Binzwangen niederzulassen. Ende desselben Jahres konnte die erste Produktionshalle bezogen werden. Immer wieder wurde baulich erweitert.
Allein in den vergangenen zwei Jahren investierte die Firma mehr als vier Millionen an dem Standort im Binzwanger Gewerbegebiet am Donauradwanderweg. Josef Wahl beruhigt, dass dort noch Fläche für weitere Bauabschnitte vorhanden ist.
Parallel zu der baulichen Entwicklung vergrößerte sich auch die Produktions-Palette So wurde 1990 das CNC-Fräsen mit in das Programm aufgenommen.
Heute können an fünf CNC-Drehmaschinen Dreharbeitenbis zu einem Durchmesser von 80 Zentimetern und drei Metern Länge angeboten werden. Auf zwei CNC-Fräsmaschinen können Teile bei Fünf-Seitenbearbeitung bis zu einem Durchmesser von 1,20 Metern oder einer Länge bis zu 1,60 Metern bearbeitet werden.
Individuelle Arbeit
Im Betrieb werden Metallteile für die Industrie und das Handwerk nach Zeichnung oder Muster gedreht, gefräst und gebohrt. Die Angebots-Palette der Binzwanger Firma Wahl CNC-Technik und Metallverarbeitung reicht von Abtriebsgehäusen für Windkraftanlagen über Schrauben für Autobahnbrücken bis hin zu Zahnrädern. Dabei hat sie sich auf Kleinserien und Einzelanfertigungen spezialisiert. Bearbeiten kann sie auch Getriebeteile für Baumaschinen. Sie fertigt Teile für Auto- und Schiffskräne und hat schon Spannschrauben und Muttern für das Spannen von Drahtseilen an Brücken und Gebäuden geliefert. Eine dieser Schrauben wird mit bis zu 1000 Tonnen belastet, so an der Rheinbrücke in Düsseldorf. [...]

 

Fotos: w. wolf


Erschienen am Donnerstag, 18. Juni 2009
Wochenblatt - Riedlingen
Orignalartikel: http://www.wochenblatt-online.de/artikel_1040101.html [nicht mehr verfügbar]
http://www.wbrv.de/artikel_1040105.html [nicht mehr verfügbar]